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| Feldsteinkirche Benken | ||||||||||||||||||||||
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Bestandsaufnahme / Zustandsbericht und konstruktive Vorschläge
Berlin, Januar 1995 InhaltsverzeichnisEinleitungDiese Arbeit wurde für das Fach Baukonstruktion / BE3 angefertigt. Sie basiert im wesentlichen auf einem Aufmaß, daß am 6. November 1994 angefertigt wurde. Dabei ist auch die Fotodokumentation erstellt worden. Die Angaben zur Baugeschichte und die vergleichenden Betrachtungen zur Bauform sind mit Hilfe der als Quellen bezeichneten Bücher von H. Pfannenstiel über Feldsteinkirchen im hohen Fläming entstanden. Für den Zugang zur Kirche danken wir der Kirchgemeinde in Benken. BaugeschichteNach Hans Pfannenstiel gibt es 1375 eine erste schriftliche Erwähnung eines Dorfes mit der Bezeichnung "Benken". 1452 hieß es "bencken" oder auch "Benken". 1487 lauten die Bezeichnungen "die wüsten Dorfstete zu Bencken" und 1548 "Die wüste Dorfstatt Bencken". Wie an anderen Orten des Hohen Fläming ist auch in Benken in der Zeit der Christianisierung durch Albrecht den Bären, seinen Sohn Bernhard und seinen Enkel Albrecht I. zwischen 1150 und 1260 in spätromanischer Zeit, vermutlich in der 1. Hälfte des 13. Jhd. eine Feldsteinkirche entstanden. Diese Kirche wurde jedoch durch kriegerische Ereignisse etwa nach 1400 zerstört. Von 1578-1872 hatten die derer von Thümen die Herrschaft über "die wüste Dorfstätte", die wie Hans Pfannenstiel vermutet, die Kirche spätestens 1681 wiederaufgebaut haben. Obwohl die Kirche also nicht aus spätromanischer Zeit stammt, ist sie jedoch nach dem Vorbild dieser Zeit aus sehr regelmäßigem Feldsteinmauerwerk wieder errichtet worden. Auch an ihrer räumlichen Gliederung mit länglichem Schiff, etwas schmalerem, eingezogenem Chor und halbrunder Apsis entspricht sie der Form spätromanischer Kirchen der näheren Umgebung.
Baulicher ZustandAußenwandDie Außenwand besteht aus behauenen recht regelmäßigen Feldsteinen, die mit Kalkmörtel vermauert wurden. Besonders am Westgiebel ist der Mauerwerksverband so präzise, wie er sonst nur mit künstlichen Steinen erreicht wird (durchgehende Lagerfuge, Einhaltung der Verbandsregeln). Die Steine haben in der Ansichtsfläche eine Höhe von ca. 30 cm und eine Breite von ca. 40 cm. Sichtbare Schäden sind an der Außenwand nicht zu erkennen. Einzige Ausnahme sind die Feuchteschäden an der östlichen Apsiswand, die höchstwahrscheinlich auf den unbefriedigenden konstruktiven Anschluß der neuen geraden Apsiswand zu den belassenen Resten von Feldsteinen der ehemaligen Apsis zurückzuführen sind. Hinzu kommt, daß durch die Abwalmung des Daches an dieser Giebelseite das Regenwasser abläuft. Die Vermörtelung der Feldsteinreste mit Zementmörtel und die Ausbildung einer leicht nach außen abfallenden Plattform konnten das Eindringen des Wassers in die Außenwand an dieser Stelle nicht verhindern.
FußbodenDie Kirche hat einen Fußboden aus flach liegenden roten Ziegeln im Format 26 / 12,5 / ? cm, die wahrscheinlich im Sandbett verlegt wurden (guter Zustand, keine erkennbaren Feuchteschäden). Eingänge / FensterDer Eingang der Kirche befindet sich auf der Südseite etwa in der Mitte des Schiffes. Die Eingangstür ist in einem gutem Zustand. Die Schwelle der Tür besteht aus einer Rollschicht im Reichsformat. Zwei weitere Eingänge in der Nordwand sind zugemauert, wobei jene ehemalige öffnung im Bereich des Chores von innen nicht mehr sichtbar ist. Die Kirchenfenster sind durch unterschiedliche Fenstergewände und Rahmenmaterialien gekennzeichnet. Während die Fenster in der nördlichen Chorwand, das Fenster an der westlichen Ecke der Nordwand des Hauptschiffes und jenes in der Westwand deutlich romanische Züge tragen (Holzfenster), werden die barocken Formen der Fenster an der Südwand des Schiffes und des Chores besonders durch die hellen Steinbögen deutlich (Stahlfenster). 2 Fenster in der Westwand des Schiffes weichen von der romanischen Form der anderen Fenster ab, sind aber nicht mit dem hellen Steinen, wie an der Südwand eingefaßt. Ein Fenster in der Nordwand und die 2 Fenster in der Apsis (Ostgiebel) sind zugemauert. Alle Fenster und Fensterrahmen zeigten keine erheblichen Mängel. Patronatliche GruftAn der Nordwand des Chores finden sich noch Reste von Mauerwerk einer Patronatlichen Gruft (Feldsteinmauerwerk in einer Dicke von ca. 75 cm und mit einer Höhe von ca. 60 bis 80 cm). Der durch dieses Mauerwerk begrenzte Raum ist zum großen Teil mit Steinen und Erde aufgeschüttet.
DeckenDie Deckenbalken sowohl der Empore im Westen als auch der flachen Decke zum Dachraum befinden sich in einem guten Zustand. Zur Farbgebung wird vermutet, daß die grüne Farbe der Konstruktion und das matte Weiß der Schalung den bekannten Farbgebungen alter Dorfkirchen entspricht. Bei der Erneuerung der Deckenbalken und der Schalung im Bereich des Chores wurde jedoch auf eine farbige Gestaltung verzichtet (lediglich dunkelbraun lasiert).
TreppenIn der Südwestecke des Kirchenschiffes befinden sich die Treppen zur Empore und zum Dachgeschoß. Es handelt sich um eine einfache eingestemmte Holztreppen ohne Setzstufen. Lediglich die Treppe vom Dach in den Turm ist sehr schadhaft und erneuerungsbedürftig.
TurmDie Turmkonstruktion besteht aus einer mit Ziegelmauerwerk ausgefachten und beidseitig verputzten Fachwerkkonstruktion, die auf den Deckenbalken des Daches steht (die Deckenbalken werden von vier bis zur Dachdecke durchgehenden Stützen unterstützt). Das Fachwerk des Turmes ist, im Gegensatz zum recht guten Zustand des Dachtragwerkes im Bereich des Schiffes, in keinem besonders gutem Zustand. Das betrifft sowohl die Holzkonstruktion als auch die Ausfachung. Das Dach ist in Einfachdeckung mit Spließ gedeckt. Die Biber wurden in jeder Lage um einen halben Stein versetzt angeordnet. Zum Ziegelformat siehe unter Dachdeckung.
Glocke / GlockenstuhlAuf dem Turm steht ein Glockenstuhl mit einer Bronzeglocke aus dem Jahr 1683. Die Glocke ist 1972 über ein gekröpftes Stahljoch angehängt worden. Am Glockenstuhl sind noch deutliche Reste der ehemaligen Aufhängung (wahrscheinlich gerades Holzjoch) zu erkennen.
DachtragwerkDas Dachtragwerk des Kirchenschiffes befindet sich in einem für barocke Dächer außerordentlich guten Zustand und ist im wesentlichen original erhalten. Die Dachneigung des Hauptdaches beträgt ca. 45°. Lose Verbindungen gibt es nur an einzelnen Sparrenfüßen. Hier macht sich das bei dieser Konstruktion fehlende Vorholz bemerkbar. ähnliche Konstruktion sind recht häufig bei Gebäuden aus dieser Zeit anzutreffen. Lediglich im Bereich des Turmes (Achsen 1 -3) wurden die alten Sparren entfernt, der Sparrenabstand verkürzt und durch eine neue Pfettendachkonstruktion ersetzt. Das Tragwerk des Daches im Bereich des Chores ist 1988/89 instandgesetzt und saniert worden. Die vorgenommenen Sanierungsmaßnahmen lassen den vorgefundenen wahrscheinlich äußerst desolaten Zustand dieses Dachbereiches nur erahnen. Die Walmdachkonstruktion an der Ostwand ist vermutlich im Zusammenhang mit der im 18. Jhd. abgerissenen Apsis entstanden.
DachdeckungDie Dachdeckung besteht aus Betondachsteinen (Doppelmuldenfalzziegel), die bei der Neueindeckung 1973 bzw. 1988/89 verwendet wurden. Das Dach hat keine Unterspannbahn keine Wärmedämmung und keine Regenrinne. Ursprünglich war das Dach wahrscheinlich mit Biberschwanzziegeln eingedeckt. Auf dem Dachboden wurden zwei recht ähnliche Formate gefunden: 37,5 x 15 x 1,7 cm und 36,5 x 15,5 x 1,2 cm. Beides sind handgestrichene Biber mit Segmentschnitt und ca. 8 Wellen.
Entwurfsvorschlag zur Apsis
Grundrisse / DetailsGrundriß EG
Detail Traufe
Detail Ortgang
Quellen
URL zu diesem Dokument: http://architektur.arch-m.de/projekte/a065/index.html © hans-stefan müller, 12.06.2009 |
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